Rechnungstyp-Codes 380, 381, 384, 389: Welcher Code wofür?
Direkte Antwort: Der Rechnungstyp-Code (BT-3) kommt aus UNTDID 1001. Die wichtigsten: 380 Rechnung, 381 Gutschrift (Credit Note: Stornierung/Minderung einer Rechnung durch den Aussteller), 384 Rechnungskorrektur, 389 selbstfakturierte Rechnung – das ist die umsatzsteuerliche „Gutschrift“ nach § 14 Abs. 2 UStG, bei der der Leistungsempfänger abrechnet. XRechnung lässt nur bestimmte Codes zu (BR-DE-17): 326, 380, 384, 389, 381, 875, 876, 877 und wenige weitere.
Codes und Bedeutung
| Code | Bezeichnung | Verwendung | In UBL |
|---|---|---|---|
| 380 | Rechnung | Normalfall | Invoice |
| 381 | Gutschrift (Credit Note) | Aussteller mindert/storniert eine frühere Rechnung; Beträge positiv, Wirkung negativ | CreditNote |
| 384 | Rechnungskorrektur | Berichtigte Rechnung, die eine frühere ersetzt; Vorgängerrechnung angeben (BR-DE-26) | Invoice |
| 389 | Selbstfakturierte Rechnung | Leistungsempfänger rechnet ab („Gutschrift“ i. S. d. UStG, muss als solche bezeichnet sein) | Invoice |
| 326 | Teilrechnung | Abschlag | Invoice |
| 386 | Vorauszahlungsrechnung | Anzahlung vor Leistung | Invoice |
| 875 / 876 / 877 | Teil-, Teilschluss-, Schlussrechnung Bauleistung | Bau | Invoice |
| 261 | Selbstfakturierte Gutschrift | Umkehr von 389 | CreditNote |
| 751 | Rechnungsinformation | keine Rechnung (z. B. Buchungshinweis) | – |
Gutschrift ist nicht gleich Gutschrift
Das deutsche Wort „Gutschrift“ meint zwei Dinge: die kaufmännische Gutschrift (Stornierung – Code 381) und die umsatzsteuerliche Gutschrift (Abrechnung durch den Empfänger – Code 389). Nach § 14 Abs. 4 Nr. 10 UStG muss eine Rechnung im Gutschriftverfahren das Wort „Gutschrift“ tragen; die EN 16931 bildet das über Code 389 ab. Eine kaufmännische Gutschrift (381) ist dagegen inhaltlich eine Rechnungsminderung (Gutschrift vs. Korrektur).
Negative Beträge?
Die EN 16931 erlaubt negative Summen in einer Rechnung (380), z. B. bei Verrechnungen; XRechnung ebenfalls. Üblicher und für Empfängersysteme klarer ist eine Gutschrift (381) mit positiven Beträgen. Preise dürfen nie negativ sein (BR-27); negative Mengen oder Nachlässe sind das Mittel der Wahl.
Beispiel
Ein Lieferant hat Rechnung RE-100 über 1.190 € gestellt; zwei Artikel kommen zurück. Er stellt Gutschrift GS-101 (381) über 238 € mit Bezug auf RE-100 (BT-25). Hätte er die Rechnung komplett falsch adressiert, würde er stattdessen eine Rechnungskorrektur (384) mit allen richtigen Daten und Bezug auf RE-100 ausstellen.
Häufige Fehler
- 389 für eine Stornogutschrift – semantisch falsch, Empfänger buchen falsch.
- 384 ohne Vorgängerrechnung – BR-DE-26.
- Codes außerhalb der XRechnung-Liste (z. B. 383 Belastungsanzeige ist nicht zugelassen) – BR-DE-17.
- UBL Invoice mit TypeCode 381 – in UBL ist die Gutschrift ein eigener Dokumenttyp (CreditNote).
Grenzen
Zulässige Codes nach XRechnung 3.0.2; ZUGFeRD erlaubt weitere Codes der UNTDID-1001-Liste. Zivilrechtliche Folgen (Stornierung, Widerspruch gegen Gutschriften) nicht behandelt.
Passendes Werkzeug: E-Rechnung erstellen – lokal im Browser, ohne Datei-Upload.
Quellen
- UNTDID 1001 – Document name code (Auswahl EN 16931) (abgerufen 22.10.2026)
- KoSIT XRechnung Schematron – BR-DE-17 (zulässige Rechnungstypen) (abgerufen 22.10.2026)
- § 14 Abs. 2 Satz 5 UStG – Gutschrift (Abrechnung durch den Leistungsempfänger) (abgerufen 22.10.2026)