E-Rechnungen ohne Software: Prozess für kleine Firmen
Direkte Antwort: Für einen Betrieb mit bis zu einigen Dutzend Rechnungen im Monat reicht ein Prozess aus vier Bausteinen: ein Rechnungspostfach, der Browser-Viewer/Validator für Eingang und Prüfung, der Generator für den Ausgang, und eine Ordnerstruktur plus Tabelle (Eingangs-/Ausgangsbuch) als Archiv. Dazu eine einseitige Verfahrensdokumentation. Kosten: keine. Aufwand: wenige Minuten je Rechnung.
Der Prozess
| Schritt | Eingang | Ausgang |
|---|---|---|
| 1 | E-Mail an rechnung@… (ein Postfach, Weiterleitung an Vertretung) |
Rechnung im Generator erfassen (Stammdaten lokal gespeichert) |
| 2 | Datei im Viewer öffnen; Prüfung starten | Prüfen; Fehler beheben |
| 3 | Inhalt prüfen: Leistung, Betrag, IBAN gegen Stammdaten | Export XML (XRechnung) oder ZUGFeRD; lesbare PDF für Kunden |
| 4 | Eintrag ins Eingangsbuch (Tabelle), Freigabe, Zahlung | Eintrag ins Ausgangsbuch, Versand per E-Mail/Portal |
| 5 | Ablage: Original + Prüfbericht + Darstellung im Vorgangsordner | Ablage: XML + Prüfbericht + PDF + gesendete Mail |
Ordnerstruktur
Belege/
2026/
Eingang/2026-10-14_Lieferant_RE-114/
Ausgang/2026-10-21_Kunde_RE-2026-0017/
Rechnungsbuch-2026.xlsx
Verfahrensdokumentation.pdf
Schreibschutz nach Monatsabschluss (Ordner schreibgeschützt setzen oder auf ein WORM-fähiges Medium sichern), Backup auf zweites Medium, Aufbewahrung acht Jahre (Archivierung).
Die Tabelle (Rechnungsbuch)
Spalten: Nummer, Datum, Partner, Netto, USt, Brutto, Fälligkeit, bezahlt am, Dateipfad, Prüfung (bestanden/Befunde), Bemerkung. Der CSV-Export füllt die Werte je Rechnung; Sie ergänzen Zahlung und Pfad (Rechnungseingangsbuch).
Verfahrensdokumentation (Muster, eine Seite)
- Zweck: Erfassung, Prüfung und Aufbewahrung von Ein- und Ausgangsrechnungen.
- Zuständig: Inhaber; Vertretung: …
- Eingang: Postfach, Prüfung mit Belegivo (lokal), Ablage wie oben.
- Ausgang: Generator, Nummernkreis RE-JJJJ-NNNN, Versand per E-Mail.
- Sicherung: wöchentlich auf externe Festplatte, monatlich Schreibschutz.
- Lesbarkeit: XML/ZUGFeRD mit Browser-Viewer; Darstellung als PDF.
- Stand: Datum, Version.
Beispiel
Ein Fotostudio mit 15 Ausgangs- und 20 Eingangsrechnungen im Monat arbeitet seit Januar so. Die Steuerberatung bekommt quartalsweise den Ordner und die Tabelle. Bei einer Umsatzsteuer-Nachschau waren Belege, Prüfberichte und Dokumentation in Minuten vorzeigbar.
Wann der Prozess nicht mehr reicht
Mehrere Personen mit Freigabestufen, mehr als etwa 100 Belege im Monat, Mahnwesen, Lagerbezug – dann Software (Browser-Tool oder Software). Die XML-Dateien aus der Ablage lassen sich importieren.
Grenzen
Erfahrungswerte; keine Steuer- oder Rechtsberatung. Ob Ihre Ablage den GoBD genügt, hängt von der Umsetzung (Unveränderbarkeit, Dokumentation) ab.
Passendes Werkzeug: E-Rechnung ansehen – lokal im Browser, ohne Datei-Upload.
Quellen
- BMF: GoBD (Fassung vom 11.03.2024) – Verfahrensdokumentation, Unveränderbarkeit (abgerufen 22.10.2026)
- § 14b UStG – Aufbewahrung (abgerufen 22.10.2026)