IBAN prüfen und Rechnungsbetrug erkennen

Veröffentlicht 22.10.2026 · Aktualisiert 22.10.2026 · Stand: Oktober 2026

Direkte Antwort: Die technische Prüfung einer E-Rechnung sagt nichts darüber, ob die IBAN dem Lieferanten gehört. Sie prüft höchstens die Prüfziffer – und jede gültige IBAN gehört irgendjemandem. Rechnungsbetrug funktioniert deshalb mit formal perfekten Rechnungen: ein gekapertes Lieferantenpostfach oder eine täuschend ähnliche Absenderadresse, eine echte Rechnung, eine fremde Bankverbindung. Schutz bieten nur organisatorische Kontrollen: Abgleich mit Stammdaten, Rückruf über bekannte Nummern, Vier-Augen-Prinzip bei Änderungen.

Wie der Betrug abläuft

  1. Angreifer verschaffen sich Zugang zum E-Mail-Konto eines Lieferanten oder registrieren eine ähnliche Domain (lieferant-gmbh.de statt lieferantgmbh.de).
  2. Sie fangen eine echte Rechnung ab oder erzeugen eine korrekte E-Rechnung mit den echten Daten – und tragen ihre IBAN ein (BT-84) oder kündigen per Mail eine „neue Bankverbindung“ an.
  3. Die Rechnung besteht jede Validierung. Die Buchhaltung zahlt.

Bei E-Rechnungen ist das sogar einfacher automatisierbar: Die IBAN steht in einem Feld, das Systeme ungeprüft übernehmen.

Was Sie prüfen sollten

Prüfung Wie Werkzeug
IBAN gegen Stammdaten Vergleich mit der zuletzt bezahlten/vertraglich vereinbarten IBAN Buchhaltung, Kreditorenstamm
Abweichung Rückruf beim Lieferanten über eine bekannte Telefonnummer (nicht aus der Rechnung oder Mail) –
Absender E-Mail-Adresse buchstabengenau; Antwortadresse (Reply-To) prüfen Mailprogramm
Plausibilität Erwartete Rechnung? Bestellung vorhanden? Betrag plausibel? Viewer: Bestellreferenz, Käuferreferenz
Land der IBAN DE-IBAN eines deutschen Lieferanten plötzlich in LT, EE, FR? Viewer zeigt IBAN im Reiter Zahlung
Prüfziffer Modulo-97 (erkennt nur Tippfehler) Generator prüft bei Eingabe; keine Echtheitsaussage

Der Viewer zeigt die Zahlungsangaben getrennt an und weist ausdrücklich darauf hin, dass Bankverbindungen nicht geprüft werden.

Organisatorische Regeln

Beispiel

Eine Spedition erhält von ihrem Reifenhändler eine XRechnung über 8.400 € – Prüfung bestanden, Bestellnummer stimmt, IBAN endet anders als beim letzten Mal. Die Buchhalterin ruft die Nummer aus dem Lieferantenstamm an: Der Händler hat keine neue Bankverbindung. Das Postfach des Händlers war kompromittiert; die Zahlung unterbleibt.

Häufige Fehler

Grenzen

Dieser Artikel beschreibt gängige Muster und Gegenmaßnahmen; er ersetzt kein Sicherheitskonzept und keine Versicherungsberatung.

Passendes Werkzeug: E-Rechnung ansehen – lokal im Browser, ohne Datei-Upload.

Quellen