Leitweg-ID und Käuferreferenz (BT-10) erklärt

Veröffentlicht 21.10.2026 · Aktualisiert 21.10.2026 · Stand: Oktober 2026

Direkte Antwort: Die Käuferreferenz (Business Term BT-10, „Buyer reference“) ist ein Freitextfeld, mit dem der Käufer die Rechnung intern zuordnet. In der XRechnung ist sie immer Pflicht (Regel BR-DE-15). Bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber in Deutschland wird in dieses Feld in der Regel die Leitweg-ID eingetragen – eine Kennung, die die Rechnung innerhalb der Verwaltung zur richtigen Stelle leitet. Die Käuferreferenz kann also eine Leitweg-ID enthalten, muss es aber nicht: Im B2B-Geschäft steht dort eine Bestell- oder Kundennummer, die der Käufer vorgibt.

Aufbau der Leitweg-ID

Die Leitweg-ID besteht aus bis zu drei Teilen, getrennt durch Bindestriche:

Grobadressierung - Feinadressierung - Prüfziffer
04011000         - 1234512345       - 06

Gesamtlänge: 5 bis 46 Zeichen. Beispiele: 991-12345-67 (Bund mit Feinadressierung) oder 04011000-06 (ohne Feinadressierung).

Wo die Leitweg-ID in der Datei steht

Syntax Element
UBL <cbc:BuyerReference>04011000-1234512345-06</cbc:BuyerReference>
CII <ram:BuyerReference>04011000-1234512345-06</ram:BuyerReference> im ApplicableHeaderTradeAgreement

Zusätzlich kann die Leitweg-ID als elektronische Adresse des Käufers (BT-49) mit der Schemakennung 0204 angegeben werden – das ist für die Zustellung über Peppol relevant, ersetzt die Käuferreferenz aber nicht. Der XRechnung-Generator bietet beides an.

Woher bekommen Sie die Leitweg-ID?

Vom Auftraggeber. Es gibt kein zentrales Verzeichnis; Bund und Länder vergeben Leitweg-IDs dezentral. Üblich ist die Nennung in der Bestellung, im Vertrag oder im Lieferantenportal. Fehlt sie, fragen Sie die Rechnungsstelle des Auftraggebers – nicht raten: Eine falsche Leitweg-ID lässt die Rechnung im Portal ins Leere laufen oder führt zur Ablehnung.

Prüfen, ob eine Leitweg-ID formal stimmt

Der Viewer weist in der Übersicht darauf hin, wenn die Käuferreferenz dem Muster einer Leitweg-ID entspricht (Ziffernblock, optional Feinadressierung, zweistellige Prüfziffer). Er bestätigt damit nicht, dass die ID existiert oder zum Empfänger gehört – das kann nur der Empfänger. Die Prüfziffer selbst lässt sich so nachrechnen: Alle Bindestriche entfernen, Buchstaben durch Zahlen ersetzen (A=10 … Z=35), die Zahl ohne Prüfziffer mit 100 multiplizieren, Rest bei Division durch 97 bilden; Prüfziffer = 98 minus Rest.

Beispiel

Ein Ingenieurbüro erhält von einem Landesbetrieb den Auftrag Nr. 2026-0815 mit dem Hinweis „Leitweg-ID 05111-01000-09“. In der XRechnung trägt es ein: Käuferreferenz 05111-01000-09, Bestellreferenz (BT-13) 2026-0815. Beides ist richtig: BT-10 adressiert, BT-13 ordnet zu. Trägt das Büro stattdessen nur die Auftragsnummer in BT-10 ein, kommt die Rechnung zwar technisch durch die Validierung (BT-10 ist gefüllt), landet aber nicht bei der zuständigen Stelle.

Häufige Fehler

Grenzen

Die Formatregeln folgen der Leitweg-ID-Spezifikation 2.0.2. Einzelne Länder haben Vorgaben, was zusätzlich in BT-10 oder in anderen Feldern stehen soll; maßgeblich ist die Information des jeweiligen Auftraggebers.

Passendes Werkzeug: E-Rechnung erstellen – lokal im Browser, ohne Datei-Upload.

Quellen